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Stand: 23/12/2016


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Quelle: wikipedia.org

Die Geschichte Würzburgs beginnt urkundlich erwähnt 704, als Castellum Virteburch. Im Jahr 2004 feierte Würzburg das 1300-jährige Stadtjubiläum. Im Mittelalter wurde die Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch, es entstand ein wertvolles Stadtbild. Dieses wurde im Laufe des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt, insbesondere durch den Bombenangriff am 16. März 1945. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt äußerlich rekonstruiert, jedoch nur wenige Bürgerhaus-Ensembles und Traditionsinseln. Die ebenfalls im Krieg schwer beschädigte und anschließend wiederaufgebaute Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Sie war damit nach dem Aachener Dom das zweite deutsche Bauwerk auf der Liste.

Mit der Julius-Maximilians-Universität, die in der Tradition der 1402 gegründeten Hohen Schule zu Würzburg steht und damit die älteste Universität Bayerns ist, zählt die Stadt zu den klassischen deutschen Universitätsstädten. Die Hochschule für Musik Würzburg als weitere akademische Einrichtung wurde 1797, die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt 1971 gegründet. Mit ihnen prägen insgesamt rund 33.500 Studenten (Stand Wintersemester 2014/15) und weitere Hochschulangehörige das städtische Leben Würzburgs.

Gründung und frühe Geschichte

Für die Zeit um 1000 v. Chr. (Urnenfelderkultur) ist eine keltische Fliehburg auf dem Marienberg nachgewiesen, die oft, jedoch ohne historische Belege, mit Segodunum der Römerzeit identifiziert wird. Da die Kelten befestigte Plätze („brig(a)“) oft nach Namen herausragender adeliger Führer benannten, besteht die Möglichkeit, dass sich der Name Virtibriga, die Burg des Virtius, als Vorläufer von Virteburch etabliert hat.[1]

Nach den Völkerwanderungen ließen sich – vermutlich im ausgehenden 4. Jahrhundert, sicher jedoch im 5. Jahrhundert n. Chr. – die Alemannen nieder. Im 6. und 7. Jahrhundert fand die fränkische Landnahme statt. Ab etwa 650 war Würzburg Herzogssitz des fränkischen Königsgeschlechts der Merowinger. Vermutlich in den Jahren 685–689 missionierten die iro-schottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan die Gegend und starben hier im Jahr 689 als Märtyrer. Die erste Erwähnung in einer Schenkungsurkunde von Herzog Hedan II. für den Bischof Willibrord datiert auf den 1. Mai 704, die Urkunde ist ausgestellt in castello Virteburch.[2] Der Geograph von Ravenna erwähnt im 7. Jahrhundert den um 300 Jahre älteren Namen Uburzis.[3] Weitere Namensformen: Wirzaburg (742), Wirziburg, latinisiert: Vuirziburga mit dem Adjektiv Vuirziburganensis (779) und Wirciburc in der Passio minor sancti Kiliani. In der Folgezeit kam der Name Herbopolis/Herbipolis/Herbipolensis (griechisch/lateinisch für Kräuterstadt) auf.[4]

Mittelalter und frühe Neuzeit bis zur Reformation

Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde 1127 in der Stadt ausgetragen.

Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen Rainald III. und Erbin der Freigrafschaft Burgund (heute Franche-Comté). Auf dem Reichstag zu Würzburg 1168 wurde der damalige Bischof Herold durch Friedrich I. Barbarossa mit der Herzogswürde belehnt. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan Fürstbischöfe nennen und den Titel „Herzog in Franken“ führen.

Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Zünften der Stadt und dem amtierenden Fürstbischof. Höhepunkt dieser Streitigkeiten bildet die Würzburger Zunfturkunde, welche in der mittelalterlichen Forschung als „beachtlichstes Stück der Zunftsiegelüberlieferung“[5] gilt.

Fürstbischof Johann von Egloffstein gründete am 10. Dezember 1402 die heutige Julius-Maximilians-Universität Würzburg als Hohe Schule zu Würzburg. Kurz nach dem Tod des Fürstbischofs musste der Lehrbetrieb aus Geldmangel und anderen Gründen ausgesetzt werden. Am 19. Juli 1476 wurde der Prediger Hans Böhm – in Würzburg vor allem bekannt als „Pfeifer von Niklashausen“ – wegen Häresie in einem Ketzerprozess verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Festung Marienberg im Mai 1525 erfolglos berannt. Die aufständischen Bauern erlitten bei Würzburg eine schwere Niederlage. Das Bauernkriegsdenkmal am Ende der Tellstiege zwischen Alter Mainbrücke und der Festung Marienberg erinnert an die Haufen der Bauern und ihre Anliegen, die in zwölf Artikeln proklamiert wurden. Besonders wurden persönliche Freiheit, Ende der Erbuntertänigkeit unter den Fürstbischof und Mäßigung bei Steuer- und Fronforderungen gefordert. Das Denkmal stellt mehrere Wurzeln dar, die an einer schräg gestellten Mauer empor ranken und oben absterben.[6] Tilman Riemenschneider soll sich als Mitglied des Stadtrates auf die Seite der Bauern gestellt haben und wurde deshalb auf der Festung Marienberg gefoltert und inhaftiert. Das historische Gasthaus Hof zum Stachel (in der Gressengasse) war damals ein Treffpunkt der aufbegehrenden Bürger und Bauern und war für Eingeweihte am Morgenstern (Stachel) als Wirtshausschild zu erkennen.

Reformation und Gegenreformation

Würzburg um 1550 nach Sebastian Münster

Unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurde 1573 das Juliusspital errichtet, die abgebrannte Festung Marienberg als Renaissanceschloss wiedererrichtet sowie 1582 im Zuge der Gegenreformation die Universität Würzburg wiederbegründet.[7]

Hexenverfolgungen in Würzburg

Allgemeines zur Hexenverfolgung in Würzburg

Anfang des 17. Jahrhunderts gab es zahlreiche Prozesse gegen Hexen ohne rechtmäßige Verfahren, oftmals wurden diese gleich verhaftet und gefoltert. Alleine in Würzburg gab es mehrere Hexengefängnisse, mögliche Gefängnisse sind hier der Hexenturm, der Schneidturm in der Pleich und das Lochgefängnis im Rathausturm Grafeneckart. Selbst diejenigen, welche unter Folter nicht gestanden, wurden nicht frei gelassen und später hingerichtet. Im ganzen Stift wird von 900 Verbrannten ausgegangen. Es existiert eine Namensliste mit 157 Personen und weiteren 219 Opfern alleine für die Stadt Würzburg. Besonders in Gerolzhofen gab es brutale und grausame Hexenverfolgungen.

Erste Welle der Verfolgungen unter Julius Echter von Mespelbrunn

Um 1590 beginnen die Hexenprozesse unter der Herrschaft des hochgelobten Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn.[8] Zur Überwachung der Hexenprozesse sandte der Fürstbischof ab 1616 Juristen (sogenannte Hexenkommissare) in die Zentgerichte. Höhepunkt der Hexenverfolgungen seiner Regierungszeit waren die Jahre 1616 und 1617. Überall im Hochstift Würzburg loderten die Scheiterhaufen, vor allem in Gerolzhofen. Dort wurden in den Jahren nach 1616 mehr als 260 Menschen in extra gebauten Verbrennungsöfen verbrannt, um die große Zahl an Hinrichtungen zu bewältigen. Aus dem Jahr 1616 berichtete eine Hexenzeitung von den dortigen Hexenverbrennungen: Die Erste Zeitung zu Gerolzhofen. Am 11. Juni 1617 vermerkte der Tuchscherer Jakob Röder in seinem Tagebuch, dass in der Predigt von der Kanzel herab verkündet worden war, es wären in Würzburg binnen eines Jahres 300 Menschen als Hexen verbrannt worden.

Wegen seiner rücksichtslosen und hartnäckigen Art der Hexenverfolgung wird Julius Echter in der Forschung öfters als „Hexenschlächter“ bezeichnet, Zeitgenossen sprachen von einem „Würzburgisch Werk“. Sein erklärtes Ziel war es, die Glaubensabtrünnigen zurückzugewinnen und predigte selbst gegen Ketzer und Hexen, laut verschiedener Quellen soll er in zwei Jahren 100.000 rekatholisiert haben – ob diese Zahl stimmt, ist umstritten.[9]

Zweite Welle der Verfolgungen unter Johann Gottfried von Aschhausen

Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen galt als erklärter Hexenjäger, und ging daran, „sein Land von dem Hexen-Geschmaiß zu säubern“ indem er ein eigenes Hexengefängnis baute und Gebete gegen Hexen anordnete.[9] Neben Gerolzhofen auf Würzburgischem Gebiet loderten die Scheiterhaufen in Zeil, das im Bambergischen Gebiet lag.

Höhepunkt der Verfolgungen unter Philipp Adolf von Ehrenberg

Mit Regierungsantritt des Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg begann im Hochstift Würzburg die schlimmste Phase von Hexenverfolgungen. Es kam zu Massenverfolgungen, die im Jahr 1629 ihr größtes Ausmaß erreichten. Zentren waren neben Würzburg und Gerolzhofen Volkach, Marktheidenfeld und Ochsenfurt. Die letzte Phase wurde eingeleitet durch das von Philipp Adolf von Ehrenberg erlassene Mandat gegen Hexen- und Teufelskunst vom 10. Juni 1627. Bischof von Ehrenburg wurde schließlich von der fränkischen Reichsritterschaft beim Kaiser wegen Verletzung des Religionsfriedens angeklagt.[9] Durch den Einfall der Schweden fanden die Hexenprozesse in Würzburg ein Ende.

Insgesamt fanden in den Jahren 1627 bis 1629 in der Stadt Würzburg 42 Massenverbrennungen statt. Nach dem Verzeichnis der Hexen-Leut, so zu Würzburg mit dem Schwerdt gerichtet und hernacher verbrannt worden wurden in diesen Jahren etwa 219 Menschen als Hexen hingerichtet. Allein im Jahr 1629 starben über 150 Frauen, Männer und Kinder als Hexen unter dem Schwert und auf den Scheiterhaufen. In den Jahren 1627 bis 1629 wurden rund 900 Menschen im Hochstift Würzburg als Hexen hingerichtet. Sie stammten aus beiden Geschlechtern, allen Altersgruppen und aus allen gesellschaftlichen Schichten.

Der letzte Hexenprozess in Würzburg

Die Massenhinrichtungen hörten nach dem 42. Brand am 30. August 1629 auf. Die zu dieser Zeit wegen Hexerei Inhaftierten wurden binnen zwölf Monaten freigelassen. Die Hexenprozesse im Hochstift Würzburg wurden eingestellt unter Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn. Am 21. Juni 1749 fand der letzte Hexenprozess in Würzburg statt. Die Subpriorin des Klosters Unterzell, Maria Renata Singer von Mossau, wurde am Hexenbruch verbrannt.[10]

Besetzung durch die Schweden (1631–1634)

In den Wirren der Reformation lag der Schwerpunkt der Sicherheitspolitik der Fürstbischöfe auf der Bündnispolitik. So hatte Julius Echter 1609 die Katholische Liga mitbegründet.[7] Deshalb wurden die Befestigungsanlagen der Stadt und des Schlosses (heute: Festung), die noch aus dem Mittelalter stammten und nicht mehr dem neuesten Stand entsprachen, nur langsam ausgebaut.[7] So war es für König Gustav II. Adolf von Schweden leicht, im Dreißigjährigen Krieg am 14./15. Oktober 1631 die Stadt Würzburg zu erobern. Die Grenzfestung des Hochstifts Königshofen wurde bereits am 10. Oktober eingenommen, als die Schweden von Erfurt nach Franken kamen. Bereits im Morgengrauen des 14. Oktober erschien die Vorhut auf dem Greinberg nordöstlich von Würzburg. Ein Trompeter der schwedischen Truppen verlangte die Übergabe der Stadt, andernfalls würde Würzburg für die Zerstörung Magdeburgs durch die Liga verwüstet. Dazu sprengten die Schweden das Galgentor, plünderten die Vorstadt und steckten über 20 Gebäude in Brand. Um eine Zerstörung zu vermeiden, willigte der Stadtrat in die Kapitulation ein. Am 15. Oktober rückte die schwedische Armee durch das Spitaltor in die innere Stadt ein.[7] Am 16. und 17. Oktober ließ der König das Schloss Marienberg erstürmen, auf dem sich unter dem bayrischen Rittmeister Adam Heinrich Keller von Schleitheim 600 Söldner verschanzten. In einem Blutbad wurden 700 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten und Geistliche, wie P. Leopold von Gumppenberg OFMCap, Guardian des Kapuzinerkloster Würzburg, und P. Simon Elperle OFMCap. Der kurz zuvor gewählte Fürstbischof Franz von Hatzfeld floh bereits einige Tage zuvor am 11. Oktober mit den Spitzen der geistlichen und weltlichen Verwaltung aus dem Schloss nach Mainz.[7] Bei der Erstürmung wurden viele der Bücher aus der von Julius Echter ausgebauten Hofbibliothek nach Uppsala in Schweden verschafft, um in die dortige Universität eingegliedert zu werden. Ähnlich wurde bei den Bibliotheken der Würzburger Kollegien und der Würzburger Universität verfahren. Am 19. November 1631 zog die Hauptarmee aus Würzburg ab. Vom Abzug der Armee an musste die Stadt alle zehn Tage eine Geldzahlung in Höhe von 1000 Reichstalern leisten. Infolge von Zahlungen in Höhe von 80.000 Reichstalern Anfang sowie 10.000 Reichstalern im September 1634 und weiteren Leistungen an die Schweden verarmte die Stadtbevölkerung mehr und mehr.[7]

Am 7. März 1632 setzte der König den Grafen Kraft VII. von Hohenlohe als Generalstatthalter und Oberkommandanten ein. Etwas mehr als ein Jahr später übertrug der schwedische Reichskanzler Axel Oxenstierna am 20. Juni 1633 das Herzogtum Franken, das aus den Hochstiften Würzburg und Bamberg gebildet wurde, an Bernhard von Weimar. Neun Tage später wurde er feierlich in sein Amt in Würzburg eingeführt. Bernhard strebte eine umfassende Umgestaltung der Verfassungen der beiden Bistümer an. Als er zur Armee der Schweden abreiste, übertrug er die Regierungsgewalt seinem Bruder Ernst dem Frommen. Dieser plante die Errichtung eines protestantischen Staates.[7]

Am 6. September 1634 wurden die vom Herzog kommandierten Schweden in der Schlacht bei Nördlingen geschlagen. Die zurückströmenden schwedischen Regimenter plünderten und raubten in der Stadt. Außerdem brachten sie hochansteckende Krankheiten mit. Bernhard von Weimar kam am 12. September 1634 noch einmal nach Würzburg, verließ die Stadt jedoch am 15. Semptember wieder unter Zurücklassen einer schwedischen Besatzung. Am 14. Oktober 1634 nahmen die Truppen des Kaisers unter General-Feldmarschall-Lieutenant Melchior von Hatzfeldt, dem Bruder des amtierenden Bischofs, die Stadt ein. Am 23. Dezember kehrte der Fürstbischof zurück. Mitte Januar 1635 kapitulierte dann die schwedische Garnison auf dem Schloss, womit die Zeit der schwedischen Besatzung in Würzburg endete.[7]













Bereits 1796 griff der erste Koalitionskrieg auf Unterfranken über. So besetzte die französische Sambre-Maas-Armee unter Jean-Baptiste Jourdan Würzburg. Anfang September 1796 befreite Erzherzog Karl durch einen Sieg in der Schlacht um Würzburg die unterfränkische Hauptstadt.[11]

Nach dem für Würzburg unglücklichen Ausgang des zweiten Koalitionskrieges fiel die linke Mainseite erneut an Frankreich, jedoch gab der österreichische Kommandant Dall’Aglio die Festung nicht auf, worauf es wieder zu Kampfhandlungen kam. Daraufhin besetzten Truppen der französisch-batavischen Armee die rechtsmainische Stadt Würzburg. Am 25. Dezember 1800 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, durch welchen Dall'Aglio mit allen militärischen Ehren abziehen konnte. Ende April 1801 verließen die französisch-batavischen Besatzungstruppen Würzburg. Dann kehrte, unter großem Jubel der Bevölkerung, der Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach nach Würzburg zurück.[11]

Im Spätsommer 1802, noch vor Erlass des Reichsdeputationshauptschluss, begannen die weltlichen Fürsten die ihnen zugesprochenen Gebiete zu besetzen. So zog am 3. September 1802 eine bayrische Division in Würzburg ein. Am 28. November 1802 dankte der Fürstbischof als weltlicher Fürst ab, blieb weiterhin Bischof der Diözese Würzburg. Einen Tag später schritt Bayern zur offiziellen Besitzergreifung von Stadt und Hochstift. Die bayrische Verwaltung machte sich daraufhin durch die Reformwut, den Verlust ehemaliger Privilegien und die Abschaffung beliebter Feiertage innerhalb kürzester Zeit bei der Bevölkerung unbeliebt. So wurde der bayrische Kurfürst Maximilian I. Joseph, als er im Herbst 1805, bedingt durch den dritten Koalitionskrieg, seinen Hof in München verlassen musste, in Würzburg nur äußerst kühl empfangen.[11]

Am 1. Februar 1806 wurde das beim Frieden von Pressburg aus dem ehemaligen Hochstift gebildete Großherzogtum Würzburg durch den neuen Landesherren Ferdinand III. aus der Toskana[12] in Besitz genommen. Bei seinem feierlichen Einzug in Würzburg am 1. Mai 1806 wurde er mit Jubel begrüßt. Anfang Oktober 1806 kam Napoleon nach Würzburg. Mit ihm kamen einige seiner Truppen: so musste sich die Stadt bei damals etwa 20.000 Einwohnern um die Verpflegung und Unterkunft von etwa 40.000 Soldaten und 9.000 Pferden kümmern.[11]

Weil das Großherzogtum 1806 dem Rheinbund beigetreten war, musste es Kriegsmaterial stellen. So kämpften Truppen mit Würzburgern bei Kämpfen gegen Russland (1807) und in Spanien (1808). 1812 und 1813 kam Napoleon jeweils einmal nach Würzburg. 1813 ließ er die Festung als rückwärtigen Stützpunkt in den Verteidigungszustand versetzen.[11]

Am 8. Oktober 1813 fiel Bayern von Napoleon ab. Großherzog Ferdinand wartete jedoch noch ab. Dies führte dazu, dass am 24. Oktober 1813 eine bayrisch-österreichische Armee, unter dem bayrischen General Carl Philipp von Wrede, Würzburg unter Beschuss nahm. Da der französische Kommandant Louis Marie Turreau die Festung und das Mainviertel besetzt hielt, entschied man sich, ihn und seine Truppen auszuhungern, worunter am meisten die Zivilbevölkerung des Mainviertels litt. Turreau gab Ende März 1814 das Mainviertel frei. Nach seiner Kapitulation am 4. Mai 1814 erhielt er mit seinen Truppen freien Abzug.[11]

Kraft Art. II des am 3. Juni 1814 zwischen Österreich und Bayern abgeschlossenen Vertrages fiel das Großherzogtum Würzburg wieder an Bayern. Am 5. Mai 1814 verließ Ferdinand III. Würzburg und trat in Wien mit Patent vom 21. Juni 1814 das Großherzogtum an die Krone Bayern ab. Der in der Zwischenzeit zum Feldmarschall beförderte und gefürstete von Wrede ergriff am 28. Juni 1814 in der Würzburger Residenz feierlich Besitz von der Stadt.[11]

Diesmal bemühte Bayern sich, die Fehler der ersten Besitzergreifung nicht zu wiederholen. So verfügte der bayrische König, unter anderem nachdem er Würzburg noch 1814 besucht hatte, dass der bayrische Kronprinz mit seinem Hof in Würzburg residieren sollte. Dadurch wurde der spätere Prinzregent Luitpold 1821 in der Würzburger Residenz geboren.[11]

Ferner wurde die Stadt Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Würzburg hervorging. Würzburg wurde 1817 Hauptstadt das neu geschaffenen Untermainkreises, welcher 1838 in den Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg umbenannt wurde und in den heutigen Bezirk Unterfranken aufgegangen ist.

1817 gründeten Friedrich Koenig und Andreas Bauer im damals säkularisierten Kloster Oberzell die Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer.[11]

Am 2. August 1819 begannen in Würzburg die Hep-Hep-Unruhen, die sich in der Folge im ganzen Deutschen Bund ausbreiteten.

Der Pegel Würzburg wurde 1823 in Betrieb genommen und ist damit der älteste in Betrieb befindliche Pegel am Main.

Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannte Röntgenstrahlung.

Weimarer Republik

→ Hauptartikel: Würzburger Räterepublik

Würzburg wurde 1934 Großstadt. Die Nationalsozialisten nutzten die Würzburger Burg Marienberg als „SA-Hilfswerklager“, dessen „wichtige soziale und erzieherische Aufgabe es ist, arbeitslose junge SA-Kameraden umzuschulen“.[13]

Würzburg spielte eine wichtige Rolle bei der sogenannte Aktion T4, bei der mehr als 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte systematisch ermordet wurden. Zentrale Figur dabei war Werner Heyde, Professor für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Würzburg sowie Leiter der „medizinischen Abteilung“ der „Euthanasie“-Zentrale und Obergutachter der Euthanasie-Aktion. Heyde war ab Oktober 1934 als Mitarbeiter, später als Kreisamtsleiter im Rassenpolitischen Amt in der Klinikstraße 6 tätig. Als Beisitzer im dortigen Erbgesundheitsgericht entschied er über Anträge auf Zwangssterilisationen.

Heyde gilt zudem wegen seiner Beziehungen innerhalb der SS und seiner Erfahrung als Gutachter bei der Ermordung von KZ-Häftlingen bei der „Aktion 14f13“ als Initiator der Idee, auf dem Gelände der Nervenklinik des Universitätsklinikums in Würzburg ein Außenlager des KZ Flossenbürg einzurichten, in dem zwischen April 1943 und März 1945 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter gefangen gehalten wurden.[14] Die Häftlinge waren anfänglich in einer eigenen Baracke in der Friesstraße untergebracht, einem improvisierten Gefängnis innerhalb einer Haftstätte der Würzburger Geheimen Staatspolizei. Bewacht von der SS und gekleidet in blau-weiß gestreiften Lagerdrillich marschierten die Häftlinge des Außenlagers morgens und abends von diesem Notgefängnis durch das Würzburger Stadtgebiet zu ihrem Arbeitsort, dem Klinikgelände in der Füchsleinstraße 15, und zurück. Ab Herbst 1943 diente ein mit Stacheldraht gesichertes Kellergeschoss eines Klinikgebäudes als Unterkunft der Häftlinge.

Bombardierung am 16. März 1945

→ Hauptartikel: Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs griffen Bomber der Royal Air Force Würzburg an. Bei dem 17 Minuten dauernden Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 kamen über 5000 Menschen ums Leben. Die Innenstadt wurde zu 90 Prozent zerstört. Das Modell der komplett zerstörten Innenstadt und die Namen der Getöteten sind in der Gedenkstätte rechts am Eingang zum Grafeneckart dokumentiert. Das Massengrab mit einer Gedenkglocke für die Bombenopfer befindet sich links vor dem Haupteingang zum Hauptfriedhof. In der Marienkapelle findet jeden Freitag um 12 Uhr zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Bombardierung das ökumenische Versöhnungsgebet von Coventry für den Frieden statt. An zahlreichen Gebäuden erinnern Hinweise an den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Seit 2. April 1945 lag Würzburg unter amerikanischem Artilleriebeschuss. Die Wehrmacht zog sich auf das rechte Mainufer zurück und sprengte die drei Mainbrücken. Ab 3. April setzten US-Truppen auf Booten und auf einer Hilfsbrücke über den Fluss. Am 4. April gab es heftige Abwehrkämpfe in der Trümmerwüste der Innenstadt. Etwa 1.000 deutsche Soldaten und 300 Amerikaner fielen. Am 5. April wurde der letzte Widerstand in den Außenbezirken gebrochen.

Wiederaufbau

Der US-Kunstschutzoffizier John Davis Skilton rettete die Residenz durch Abdichtungsmaßnahmen am Dach trotz des Bauholzmangels vor dem Zerfall durch die Winterfröste.[15]

An die Trümmerfrauen und Trümmermänner, die den Wiederaufbau Würzburgs erst wieder möglich machten, erinnert eine Gedenktafel aus Buntsandstein an der Hochwasserschutzmauer zwischen Altem Kranen und Kranenkai. Dort endeten die fast 30 Kilometer Gleisnetz der Trümmerbahn. Der Trümmerschutt wurde vom Mainufer auf Schiffen abtransportiert. Eine Lore mit Keupersteinen erinnert an diese Zeit.[16] Wegen der Zerstörungen von Wohnraum waren einzelne Zimmer mit bis zu sieben Personen überbelegt. Würzburger ohne Wohnung, die ins Umland geflohen waren, durften als „Außenbürger“ nicht wieder nach Würzburg ziehen.[17]

Würzburg im Regierungsbezirk Unterfranken

Die Stadt Würzburg wurde 1973 mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Die Residenz wurde 1981 zum Weltkulturerbe erklärt. Die Bayerische Landesgartenschau fand 1990 in Würzburg statt, 2018 soll sie hier ebenfalls wieder ausgerichtet werden.[18][19] Im Jahr 2004 wurde das 1300-jährige Stadtjubiläum gefeiert.


Einzelnachweis

  1. RAF: Sprengbomben für Industrieziele, Brandbomben für Städte
  2. Fishcode der RAF (Memento vom 25. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF; 299 kB)
  3. Roland Flade, Zukunft die aus Trümmern wuchs (1944–1960), S. 24 ff, Mainpost-Verlag 2009. - Auf dem Rückmarsch aus Schweinfurt stürzt ein RAF-Bomber mit kanadischen Besatzungsmitgliedern nach Abschuss auf die Grombühler Josefschule, Steinheilstraße. Alle Besatzungsmitglieder kamen in den Trümmern ums Leben („all KIA“). Gefrierendes Löschwasser am Josephsplatz.
  4. Flade S.49f: Test der brit. Navigationsgeräte, zwei Luftminenabwürfe, Löwenbrücke 20 Tote, Grombühl 10 Tote. - Eine dritte Maschine des 105. Squadrons (Typ B.XVI Bomber, Ser. Nummer MM151 (Memento vom 25. Februar 2012 im Internet Archive)) stürzte beim Anflug aufgrund techn. Probleme bereits in Belgien ab.
  5. u. a. Häfnergasse und Marienkapelle
  6. Es ist wahrscheinlich, daß dieser Angriff auf Würzburg wetter- oder abwehrbedingt nie stattgefunden hatte. - Die RAF-Einsatzplanung für Würzburg existierte, die Augenzeugen- und Schadensberichte aus Würzburg fehlen.
  7. Flade S.55: Luftminenabwürfe, u. a. Kürschnerhof, Neumünster und Dom, Juliusspital, Bürgerspital. 112 Tote
  8. Flade S.56: 250 Sprengbomben, 178 Tote
  9. Flade S.59: Luftminenabwürfe, 86 Tote
  10. Würzburger Diözesanblatt 3a, S. 19–26 (1945)
  11. Ein Bomberabschuss durch deutsche Nachtjäger 21.43 hrs; Hptm. Wilhelm Johnen (1) von Stab III./NJG6 und/oder Oblt. Erich Jung (2) von 5./NJG2.
  12. Roland Flade: Flucht durch den Feuersturm. In: Mainpost vom 14. März 2015, S. 33
  13. Das ist der neue Dom. Sonderbeilage in: Main Post vom 12. Dezember 2012.
  14. Roland Flade: Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre. Mainpost, Würzburg 2008, ISBN 3-925232-60-5 (mit vielen Zeitzeugenberichten), S. 78, Zeitzeuge Otto Stein: Samstag, 24. März 1945. Transport der Schwester zum Massengrab.
  15. Roland Flade: Hoffnung, die aus Trümmern wuchs. 1945 bis 1948: Würzburgs dramatischste Jahre. Mainpost, Würzburg 2008, ISBN 3-925232-60-5 (mit vielen Zeitzeugenberichten), S. 76 Zeitzeuge Domkaplan Fritz Bauer: Donnerstag, 22. März 1945. Drei oder vier Schichten von Toten übereinander.
Historie von Wuerzburg